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Update zur Ölkatastrophe
Die Ölkatastrophe scheint ein Ende gefunden zu haben, aber dem
ist leider nicht so. Zwar hat die US-Regierung erklärt, man habe 75 Prozent des Öls eingefangen und es dürfe wieder gefischt werden, doch weil das von BP eingesetzte Gift Corexit das Öl unter Wasser gedrückt hat,
sieht es nur so aus, als sei kein Öl mehr da. Es kam jetzt sogar heraus, dass die Umweltbehörde EPA BP erlaubt hat, Corexit auszusprühen. Neun führende Wissenschaftler haben inzwischen einen offenen Brief
geschrieben, in dem sie BP und die Obama-Regierung aufrufen, alle wissenschaftlichen Daten offenzulegen, schreibt der britische „Guardian“. Das Öl sei ganz und gar nicht weg, heißt es. Auch werden an der Küste
Louisianas und anderswo immer noch Ölklumpen an Land geschwemmt. Umweltexperten bemängeln, dass auch unter Wasser Corexit verwendet wurde, um das Öl direkt am Bohrleck zu zersetzen. Sie warnen außerdem vor den
Auswirkungen auf die Fische, die wieder gefangen werden dürfen. Bereits am 22. Juli – nur eine Woche nach dem provisorischen Verschluss des Bohrlochs – wurde ein Teilbereich des Golfs wieder freigegeben. Und am 10.
August gab die NOAA ein weiteres Fischfanggebiet frei, das nur 115 Meilen nordöstlich des Borlochs liegt. Die Anwohner des Golfs von Mexiko haben wegen der Behauptung, dass 75 Prozent des Öls weg seien, ebenfalls
Alarm geschlagen. Sie befürchten, dass die Aufmerksamkeit der Medien verblassen wird. Auch dass wieder Shrimps gefischt werden dürfen, finden sie unverantwortlich. Laut des Marine Environmental Research Institutes sind
nur rund 50 Prozent des Öls aufgefangen worden, nicht 75. Es wird jedoch vermutet, dass auch diese Zahl nicht stimmt.
Was BP ebenfalls gemacht hat und was jetzt bekannt wurde: Der Konzern
hat die englischen Begriffe „Oil Spill“ und andere ähnliche Begriffe bei Google und Yahoo gekauft, damit Nutzer auf BP-eigene Webseiten geführt werden. Unglaublich, aber wahr: BP hat außerdem vor, weiterhin im Golf
von Mexiko zu bohren. Auch für Bohrungen im Mittelmeer liegen Pläne vor.
Link zum Protest gegen die Bohrpläne im Mittelmeer: http://www.campact.de/oel/sn1/signer
Dokumente, die öffentlich wurden, weisen außerdem nach, dass BP ZWEI
Bohrungen vorgenommen hat statt einer. Das zeigen Koordinaten in der Bohrerlaubnis, die mit den Koordinaten in den Aufnahmen der Unterwasserkameras übereinstimmen. Auch der bei der Untersuchung befragte Arbeiter
Williams sprach von zwei Bohrungen. Aus beiden fliesst Öl aus, und dies soll auch immer noch geschehen. Aufnahmen der Unterwasserkameras vom 31. Juli zeigten dies jedenfalls.
Desweiteren weiß man nun, dass das, was jetzt im Golf von Mexiko
austritt, kein reines Öl ist, sondern zu 40 Prozent aus Methangas und zu 5 Prozent aus Schwefelwasserstoff besteht. Das erklärt auch die Leichtigkeit, mit der das Öl am 27. Juli aus dem Bohrloch in der Barataria-Bay
ausgetreten ist. Am 27. Juli riss dort ein Schepper ein bereits bestehendes Bohrloch von BP auf und das Ölgemisch schoss in einer hohen Fontäne aus dem Meer heraus.
Forscher haben außerdem geologische Fakten über das Bohrgebiet von BP
veröffentlicht, die zeigen, dass BP tatsächlich so tief gebohrt hat, dass untere Gesteinsschichten sich verschoben haben und ein nahe liegender Salzdom zu kollabieren droht – vor allem seit Schlamm und Zement in die
Geologie hingezwungen wurden. Demnach soll es jetzt zu mehreren Rissen im Meeresboden gekommen sein, aus denen Gas und Öl austritt.
Unglaublich ist auch das, was am 2. August passiert ist. Denn da soll
sich am frühen Morgen der Meeresboden direkt am Preventer für kurze Zeit angehoben und wieder abgesenkt haben.
Link zum Film:http://www.youtube.com/watch?v=ai-hvj1dFBY&feature=watch_response_rev
Diese Anhebung des Meeresbodens kann nur passieren, weil das Gas durch
die Verschiebungen durchbricht.
Es ist wirklich eine Schande, dass BP und die US-Regierung dies alles
verheimlichen und nichts tut, um die dort am Golf lebende Bevölkerung rechtzeitig zu informieren, falls das Gasgemisch zu einer Explosion oder dem befürchteten Tsunami führt.
Die Medien berichten weiterhin verharmlosend über das, was im Golf von
Mexiko passiert: Dass das Bohrloch so gut wie verschlossen ist und dass die Entlastungsbohrungen, die wegen eines Sturms auf Mitte nächster Woche verschoben wurden, nur noch eine formelle Sache seien.
Übrigens kam es zu einem weiteren Ölunfall. An der Küste Mumbais sind am
7. August zwei Frachtschoffe kollidiert, woraufhin Öl auslief. Inzwischen ist dieser Vorfall unter Kontrolle. Jedoch hat man auch dort gleich Dispergationsmittel eingesetzt.
(S. Kreth, aus Newsletter Nr. 61 vom 11.8.2010)
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