Ritalin

Ritalin

Ritalin (Methylphenidat) ist ein Medikament, das von Psychotherapeuten Kindern verschrieben wird, die in ihren Augen Verhaltensstörungen aufweisen, wie bei Hyperaktivität und ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom).

Die Zahl von Jugendlichen, die Ritalin gegen ADS oder ADHS einnehmen, hat sich zwischen 1990 und 1995 mehr als verdoppelt, so eine 1996 von der John Hopkins University Medical School durchgeführte Studie. Laut Berichten der US-amerikanischen Rauschgiftbekämpfungsbehörde hat die Zahl der Verschreibungen für Ritalin zwischen 1980 und 1990 um 600 % zugenommen. Der Behörde zufolge ist Ritalin so populär, dass in manchen Schulen 20% der Schüler dieses Medikament erhalten.

Die Schwierigkeit ist, daß Ritalin zwar das schulische Betragen bessert, nicht jedoch das häusliche, wie eine groß angelegte Studie zeigte. Außerdem gilt das Medikament als so heimtückisch, dass das Militär potentielle Rekruten ablehnt, die nach ihrem 13. Lebensjahr Ritalin eingenommen haben.

Die Eltern eines mit Ritalin ruhiggestellten Kindes haben vielleicht das Gefühl, das Ritalin die Lösung des Problems sei, denn es scheint, als ob das Kind sich besser benimmt, ruhiger wirkt und in der Schule alles normal wird. In Wirklichkeit wird das Verhalten des Kindes durch Ritalin jedoch gebremst. Es kann gut sein, daß das Kind das sogar mag. Doch später, wenn der Korken aus der Flasche kommt (wenn Ritalin abgesetzt wird), können die Bläschen (die ja noch immer in der Flasche sind), eine Art Explosion auslösen. Diese Kinder könnten als Erwachsene rückblickend irgendwann einmal das Gefühl haben, einen Teil ihrer Kindheit in einem dumpfen Dämmerzustand vertan zu haben, indem sie keine Verbindung zu ihrem tatsächlichen Ich hatten. Ritalin zögert das eigentliche Erwachsenwerden und die zunehmende Weisheit, die damit einhergeht (einhergehen sollte), oft hinaus: zu lernen, wie die Gesellschaft funktioniert. Soviel ist belegt.

Es gibt Mütter, die glauben, daß Ritalin ein biochemisches Ungleichgewicht beim Kind korrigiert, indem Ritalin die notwendige Substanz ist, die dem Kind von Geburt an gefehlt hat. Dazu enthüllt Peter R. Breggin, Direktor des “International Center for the Study of Psychiatry and Psychology” und Fakultätsmitglied des “John HopkinsUniversity Department oft Counseling”: ”Ritalin korrigiert kein biochemisches Ungleichgewicht – es verursacht es!” Und weiter konstatiert er: “ADHD ist eine kontrovers diskutierte Diagnose, für die es eine gering oder gar keine wissenschaftliche oder medizinische Grundlage gibt. Eltern, Lehrer oder Ärzte können sich in bester Gesellschaft fühlen, wenn sie die Diagnose rundum als nichtig abtun und sich weigern, sie auf Kinder anzuwenden. Man hat keinen Beweis für physische Abnormalitäten im Gehirn oder Körper der Kinder gefunden, denen gängigerweise das Etikett “ADHD” angeheftet wird. Sie weisen keine uns bekannten biochemischen Störungen des Gleichgewichts oder “überkreuzte Leitungen” auf.”

Dr. Breggin fügt hinzu, dass es einige Hinweise darauf gäbe, daß Ritalin das kindliche Gehirn oder seine Funktion bleibend schädigen können. Ritalin vermindert den Blutzustrom zum Gehirn und ruft gängigerweise noch weitere grobe Fehlfunktionen in dem noch in Entwicklung befindlichen Gehirn des Kindes hervor.”

Die Ritalinproduktion hat in den vergangenen 10 Jahren mehr als das Siebenfache erreicht, und 90% werden in den USA eingenommen. Solche Zahlen laden zu der Anschuldigung ein, dass Schulämter, Versicherungen und gestresste Familien als schnelle Patentlösung für komplizierte Probleme auf Medikamente zurückgreifen, obwohl man diese möglicherweise besser mit Hilfe von kleineren Schulklassen, Psychotherapie oder Familienberatung angehen sollte. Selbst Ärzte, die den positiven, manchmal Wunder bewirkenden Effekt von Ritalin beobachten konnten, warnen, dass das Medikament kein Ersatz ist für bessere Schulen, kreativen Unterricht und Eltern, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sofern ein Kind nicht die Fähigkeit erwirbt, mit seinem Umfeld fertig zu werden, ist der ganze Nutzen des Medikaments dahin, sobald dessen Wirkung nachlässt.

Der Trend im Laufe der letzten Jahre ist eindeutig: Der Prozentsatz an Kindern mit der Diagnose ADHD (oder ADD, in Deutschland: ADS), die die Arztpraxis mit einem Rezept in der Tasche verlassen, ist von 55% im Jahre 1989 auf 75% in 1996 gestiegen. In den USA nehmen etwa 6 - 8 Mio. Kinder Ritalin ein!

Sogar innerhalb der Wissenschaft und der Medizin wird zunehmend “Ritalin-Alarm” geschlagen, und man wählt vernünftig anmutende alternative Umgangsweisen mit Kindern, bei denen ADS oder ADHS diagnostiziert wurde. Der Familientherapeut und Buchautor zum Thema Kindererziehung J. Zink zitiert in der Times: “Leugnen wir nicht, dass Ritalin wirkt. Aber warum wirkt es, und welche Folgen hat es, wenn zu viel davon verschrieben wird? Die Wirklichkeit sieht so aus, dass wir es nicht wissen.”

Der Buchautor (“Wie Ihr Kind gesund aufwachsen kann, auch ohne Doktor”) Robert Mendelsohn schrieb 1984 in der Times: “Niemand hat bislang beweisen können, dass Medikamente wie Cylert und Ritalin die schulischen Leistungen der Kinder verbessern, die diese einnehmen. Die Wirkung von Ritalin und verwandten Präparaten liegt darin, kurzfristig eine übermäßige Bewegungsaktivität in den Griff zu bekommen.
Der Schüler wird unter Medikamente gestellt, um seinen Lehrern das Leben leichter zu machen, nicht, damit das Kind besser und produktiver leben kann. Ist Ihr Kind hierbei das Opfer, so sind die potentiellen Risiken dieser Arzneimittel ein hoher Preis, den man dafür bezahlt, dass sein Lehrer ein angenehmeres Dasein führen kann.”
In derselben Ausgabe der Times heißt es in einem anderen Artikel, das sich auf ein Treffen der amerikanischen Gesundheitsbehörden bezieht: “Ritalin weist eindeutig eine kurzfristige Wirksamkeit auf, wenn es darum geht, die Symptome von ADHD zu mildern. Aber eine immer mehr gestiegene Anzahl von Kindern nimmt das Medikament mittlerweile seit Jahren ein, und es wurden keine Studien durchgeführt, um zu überprüfen, ob es eine nachhaltige Wirkung auf schulische Leistungen oder Sozialverhalten aufweist. Ritalin kann das kindliche Wachstum hemmen, wenn auch neueste Untersuchungen darauf hinweisen, dass die Entwicklung des Kindes nur verzögert wird, statt zum Erliegen zu kommen. Die Zahl der Verschreibungen von Stimulantien für Kinder unter fünf Jahren hat zwar zugenommen, doch gibt es keine Beweise dafür, dass die Anwendung dieser Medikamente in diesem frühen Alter unschädlich beziehungsweise wirksam ist.”

 

Kinder unter Ritalin lachen selten, und wenn es nicht mehr wirkt, dann kommt es zu Depressionen oder Ängsten. Man hat jetzt herausgefunden, dass Ritalin die Rezeptoren für Neurotransmitter dauerhaft zerstört. Ohne eine genügende Zahl von funktionierenden Neurotransmittern können wir nicht in einem spirituellen Bewußtseinszustand von Freude am Sein und bedingungsloser Liebe sein.
Psychopharmaka wie Ritalin stumpfen die Gefühle ab und tragen zur zunehmenden Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen bei. Was, wenn Ritalin nicht nur auf der körperlichen Ebene das Gehirnwachstum beeinträchtigt, sondern auch eine gesunde Entwicklung geistiger Fähigkeiten und die Sehnsucht nach etwas “Höherem” stoppt? Was, wenn Ritalin den Blick zur “inneren Sonne” verfinstert und damit die Sehnsucht nach spirituellem Wachstum?
                
                                                                                   (aus KGS Juli/Aug. 2001)

 

Nebenwirkungen von Ritalin

Angaben der Firma “Ciba-Geigy”, die Ritalin herstellt:

Das Unternehmen gesteht ein, nicht zu wissen, wie Ritalin wirkt oder wie es sich auf den Zustand des Zentralnervensystems auswirkt. Die Firma gesteht ein, dass nicht bekannt ist, ob das Medikament langfristig unbedenklich ist.

 

Nebenwirkungen:

Nervosität und Schlaflosigkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötungen (Urtikaria), Fieber, Gelenkschmerzen, Dermatitis exfoliata (eine akute entzündliche Hautkrankheit) mit nekrotisierender Vaskulitis (Zerstörung der Blutgefäße), Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindelgefühle, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Dyskinesie (Behinderungen der bewußten Muskelbewegung), Benommenheit, Blutdruck- und Pulsschwankungen, Tachykardie, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust (bei längerer Einnahme).

In seltenen Fällen wurde vom Auftreten des Tourette-Syndroms berichtet. Es gab Patienten, bei denen nach Einnahme dieses Medikaments von toxischer Psychose berichtet wurde sowie von Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen), Anämie und Haarausfall.   

(R. Mendelssohn)(Auszüge aus dem Buch “Die Indigo-Kinder” von L. Carroll und J. Tober)

 

Mitte Sept. 2000 berichtete das Wall Street Journal, Kläger in Kalifornien und New Jersey würden dem Schweizer Pharmakonzern “Novartis” und der American Psychiatric Association vorwerfen, im Sinne einer Verschwörung eine Krankheit erfunden zu haben, um den Absatz der Beruhigungspille Ritalin anzukurbeln. Mittels irreführender Werbung würden die Nebenwirkungen heruntergespielt, weshalb das Mittel übermäßig verschrieben werde und ein großes Risiko darstelle. Allein in den USA wird Ritalin jährlich vier Millionen Schulkindern verschrieben. Bereits im Frühling war gegen Novartis in Texas eine Sammelklage eingereicht worden. Die jetzigen Klagen zielen auf Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe ab. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen.

                                                               (aus ZeitenSchrift, Nr. 28/Herbst 2000, S. 27)


Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther hat vor möglichen Spätfolgen des Medikaments Ritalin gewarnt. Mit Ritalin werden weltweit etwa 10 Millionen Kinder mit ADHS behandelt. "Ich muss befürchten, dass wir demnächst immer jüngere Parkinson-Kranke bekommen", sagte Hüther dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Tierversuche hätten gezeigt, dass der in Ritalin enthaltene Wirkstoff Methylphenidat die optimale Hirnentwicklung bei jungen Ratten störe. Vor allem behindert Methylphenidat offenbar das Wachstum der Nervenverbindungen in den Bewegung steuernden Regionen des Gehirns, die auch bei Parkinson-Kranken betroffen sind. Experten gehen laut "Spiegel" von mindestens 160 000 ADHS-kranken Kindern in Deutschland aus. Immer mehr von ihnen erhielten Ritalin, das offiziell zu den Betäubungsmitteln zählt. Allein im Zeitraum von 1995 bis 2000 habe die Pharmaindustrie ihren Ritalin-Absatz in Deutschland um das Zehnfache auf 13,5 Millionen Tagesdosen gesteigert. Hüther sprach angesichts dieses drastischen Zuwachses von einer "verheerenden Verschreibungspraxis". "Kinder sollten so selten wie möglich die Erfahrung machen, dass sie nur mit einer Pille funktionieren können."
Der Ritalin-Hersteller, der Pharma-Konzern Novartis, verwies in Basel darauf, dass das Medikament seit 40 Jahren in Gebrauch und bislang in 170 Studien untersucht worden sei. Bei der Warnung Hüthers handele es sich lediglich um eine weitere Theorie, "die wir auch ernst nehmen", sagte ein Novartis-Sprecher am Samstag auf Anfrage. Aber es gebe auch viele Experten, die dieses Experiment mit Ratten anzweifelten. Auch der Sprecher betonte: "Das Medikament muss verantwortungsbewusst verschrieben werden."
Nach "Focus"-Angaben missbrauchen immer mehr ältere Jugendliche an deutschen Schulen Ritalin als euphorisierende Droge, die wie Kokain geschnupft werden könne. "Es ist ungut, dass Ärzte, die nicht auf Aufmerksamkeitsstörungen spezialisiert sind, Ritalin-Rezepte ausstellen", sagte Thomas Poehlke, Suchtmediziner aus Münster, dem Blatt. (dpa, 9.3.2002)